Sonntag, November 29, 2020
Die 5 größten Familienunternehmen in Hessen

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Als geographische Mitte Deutschlands ist Hessen ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Mehr als 300000 Fahrzeuge befahren täglich das Frankfurter Autobahnkreuz. Das Rhein-Main-Gebiet verfügt nach dem Ruhrgebiet über die größte Industriedichte innerhalb der Bundesrepublik. Frankfurt am Main zählt zu den weltweit bedeutendsten Finanzzentren. Hier erfahren Sie, welche die fünf größten Familienunternehmen in Hessen sind und wodurch sich diese Betriebe jeweils auszeichnen.

1. Merck KGaA

Das größte Familienunternehmen in Hessen ist die Merck KGaA mit Sitz in Darmstadt. Rund 57000 Mitarbeiter sind bei dem Unternehmen der Chemie-und Pharmaindustrie beschäftigt. Der Umsatz beläuft sich auf rund 16 Milliarden Euro pro Jahr. Das Unternehmen entwickelt Lösungen in den Bereichen Life Science, Healthcare und Performance Materials. Die Technologien werden unter anderem zur Genom-Editierung und zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt. Die Ursprünge des Unternehmens gehen bis in das 17. Jahrhundert zurück. Damit ist die Merck KGaA das weltweit älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen. Die Gesellschaft ist unabhängig von dem amerikanischen Pharmakonzern Merck & Co., Inc. Letzteres Unternehmen wurde von der Industriellen-Familie Merck bis zum Beginn des Ersten Weltkriegs als Tochtergesellschaft geführt. Als Folge des Krieges kam es zur Enteignung der Merck & Co., Inc. Merck spendet einen Teil des Unternehmensgewinns für gemeinnützige Zwecke. Beispielsweise wird seit langem ein Projekt gefördert, mit dem die Bilharziose bei afrikanischen Schulkindern bekämpft werden soll.

2. Heraeus Holding GmbH

Das zweitgrößte Familienunternehmen in Hessen ist die Heraeus Holding GmbH mit Sitz in Hanau. Bei dem Technologiekonzern sind rund 15.000
Mitarbeiter beschäftigt. Das Unternehmen setzt jährlich gut 20 Milliarden Euro um. Der Technologiekonzern fertigt Edel-und Sondermetalle, Quarzglas und Produkte der Medizintechnik. Das Unternehmen wurde 1851 in Hanau gegründet und zählt auch bundesweit zu den umsatzstärksten Familienunternehmen. Die Erfolgsstory begann im Jahr 1851, als der Apotheker und Chemiker Wilhelm Carl Heraeus von seinem Vater die alteingesessene Einhorn-Apotheke in Hanau übernahm. Hanau war damals die Stadt der Goldschmiede. Es war zu dieser Zeit sehr schwierig, Platin zu bearbeiten, da dieses Edelmetall schwer ist und einen hohen Schmelzpunkt hat. Wilhelm Carl Heraeus wollte eine Lösung für dieses Problem finden. Es gelang ihm nach einigen Experimenten, mit einem eigenständig entwickelten Gebläsebrenner für Knallgas größere Mengen an Platin zu schmelzen und in hochreiner Form zu gewinnen. Daraufhin gründete er ein Unternehmen und gewann zahlreiche Goldschmiedewerkstätten, chemische Laboratorien sowie Schmuckfabriken und Zahnfabriken als Kunden.

3. WIKUS-Sägenfabrik WilhelmH. Kullmann GmbH & Co. KG

Es folgt auf dem dritten Rang die WIKUS-Sägenfabrik Wilhelm H. Kullmann GmbH & Co.KG mit Sitz in Spangenberg im Schwalm-Eder-Kreis. Rund 750 Mitarbeiter sind bei WIKUS beschäftigt. Der Umsatz beträgt mehr als 100 Millionen Europro Jahr. Das 1958 gegründete Familienunternehmen bietet Lösungen zur Optimierung von Sägeprozessen durch die Fertigung von Sägebändern und Kreissägeblättern. Zu den Kunden der WIKUS-Sägenfabrik gehören Industrie und Handwerk. Das Unternehmen ist weltweitpräsent und erweitert seine Kompetenzen kontinuierlich durch Investitionen in Forschung und Entwicklung.

4. Wagner GmbH & Co. KG

Das viertgrößte Familienunternehmen in Hessen ist die Wagner GmbH & Co. KG mit Sitz in Fulda. Rund 550 Mitarbeiter sind bei dem Automobilzulieferer beschäftigt. Die Wagner GmbH entwickelt Einzelteile sowie Baugruppen für Lenkung, Motor und Getriebe von PKW und LKW. Im Drei-Schicht-Betrieb werden die Teile produziert und an die Automobil-Hersteller verkauft. Die jährliche Ausbringungsmenge beläuft sich auf rund 60 Millionen Stück. Im Jahr 1879 wurde die Unternehmung in Suhl (Thüringen) gegründet. Schritt für Schritt hat das Familienunternehmen durch Spezialisierung seine Marktanteile gesteigert. 1948 wählte die Familie Fulda imbenachbarten Hessen als neuen Produktionsstandort und stellte Fahrradteile her. Ab den achtziger Jahren wurde der Schwerpunkt auf Fahrzeugteile gelegt. Um den steigenden Absatz bewerkstelligen zu können, hat das Unternehmen seine Kapazitäten durch Erweiterungsbauten und einen hochmodernen Maschinenpark kontinuierlich erweitert. Im Jahr 2018 wurde das Unternehmen als „Hessen-Champion“ in der Kategorie Jobmotor ausgezeichnet.

5. HEWI Heinrich Wilke GmbH

Das fünftgrößte Familienunternehmen in Hessen ist dieHEWI Heinrich Wilke GmbH mit ihrem Sitz in Bad Arolsen im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Gegründet im Jahr 1929 von Heinrich Wilke, etablierte sich das Unternehmen zu einem weltweit bekannten Anbieter von Systemdesign. Dabei werden innovative Lösungen fürden Baubeschlag, für Sanitär-Accessoires, Türgriffe, Beschilderungen und barrierefreie Bäder entwickelt. Zu den Kunden gehören auch Hotels und Krankenhäuser. Rund 500 Mitarbeiter sind bei HEWI beschäftigt. Das Unternehmen setzt jährlich circa 110 Millionen Euro um. Der Firmenname HEWI steht für die Initialen des Gründers. Dem Familienunternehmen wurden verschiedene Auszeichnungen zuteil, beispielsweise der „Hessische Staatspreis Universelles Design“.

Fazit

Familienunternehmen in Hessen stellen einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor dar. Sie sind in ihrer Region verankert und richten ihre Entscheidungen an langfristigen Perspektiven aus. Dies wirkt sich günstig auf den Arbeitsmarkt und auf die Steuereinnahmen aus.
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