Montag, September 21, 2020
Das Unternehmen Cranchi – Bootsbautradition in moderner Form

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AnzeigeIn der Wirtschaft geht man davon aus, dass Unternehmen so eine Art Lebenszyklus haben. Irgendwann erwischt es fast alle und die Firmen lösen sich dann auf. Grund dafür ist, dass manche Geschäftsmodelle einfach irgendwann zu ihrem Ende gelangen. Oder, das Management verspekuliert sich und macht einen Fehler, von dem es kein Zurück mehr gibt.

PanAm hatte einst das bekannteste Firmenlogo der Welt, dennoch ging die Fluglinie pleite. AOL war ein Internetriese in den Nullerjahren, heute existiert nur noch der Name. Die Erfahrung zeigt, dass es vor allem diejenigen erwischt, die sich auf ein Geschäftsmodell konzentrieren, für welches der Bedarf vergänglich ist: Schreibmaschinen, Schallplatten – solche Technologien veralten.

Es gibt dagegen Branchen, die werden wohl nie wirklich aus der Mode sein. Nicht umsonst finden sich in der Liste der ältesten Unternehmen der Welt vor allem Restaurants, Hotels und Brauereien. Manche lassen sich auf das Jahr 700 oder 800 zurückdatieren. Wobei es die Corona-Krise tatsächlich geschafft hat die Gastronomie durchzurütteln.

Wir schauen uns heute eine Firma an, die auch vieles richtig gemacht hat. Allein schon deshalb, weil sie seit über 150 Jahren am Markt aktiv ist. Es handelt sich um Cranchi. Diese Werft baut ihren Kunden eine Yacht oder einen Cruiser nach den eigenen Vorstellungen. Wir sehen uns die Strategie an und diskutieren, ob das Geschäftsmodell zeitlos ist oder nicht.

Cranchi – Eine Macht in Sachen Yacht

An der schönen Küste von Italien gründete vor 150 Jahren Giovanni Cranchi sein Bootsbau-Geschäft. Sein Ziel war es damals Boote zu bauen, die nicht nur funktional waren wie ein Trawler, also ein gewöhnlicher Fischereikutter. Seine Werke sollten durch Schönheit bestechen und den Kunden das Gefühl geben sie verwirklichen sich den Traum von Freiheit auf See. Seit dieser Zeit wird die Firma von der Familie geführt.

Mittlerweile sind die Motoryachten von Cranchi zu einem Inbegriff für Luxus und Exklusivität geworden. Zudem ist die Länge der Modelle deutlich größer geworden. Das liegt vor allem an den finanziellen Möglichkeiten der Klientel und zudem an der verbesserten Ausrüstung.

Ausgestattet sind die Fahrzeuge mit der modernsten Technik und äußerst leistungsstarken Motoren.

Zur Auswahl stehen unterschiedliche Längen, Breiten und eine konfigurierbare Ausrüstung. Der Unterschied besteht vor allem im Verwendungszweck. Die Endurance ist zum Beispiel für kleine Kreuzfahrten einsetzbar. Das äußerst beliebte E26 dagegen ist eher ein Motorboot und nur für kurze Distanzen gedacht. Wer sich für die FLY 52 entscheidet, der kann auch durchaus mal mehrere Tage ohne Unterbrechung auf See sein. Das Angebot ist also sehr umfangreich.

Hier eine kleine Übersicht über die wohl bekanntesten Cranchi-Modelle, nach den oben genannten:

  • CRANCHI ENDURANCE 39
  • Cranchi CSL
  • Cranchi Endurance 41
  • Cranchi Giada
  • Cranchi M44 Ht
  • Cranchi Mediterranee
  • Cranchi Smeraldo
  • Cranchi T36 Crossover
  • Cranchi Turchese

Cranchi – die Strategieanalyse

Erfolge in der Vergangenheit sind keine Garantie für Erfolg in der Zukunft. Allerdings ist der Hersteller gut aufgestellt. In vielen Regionen der Erde hat die Anzahl der reichen und wohlhabenden Menschen massiv zugenommen. Vor allem in Russland, Asien, Südamerika und in Afrika wird gerade viel aufgeholt. Hier entstehen momentan regelmäßig neue potenzielle Kundenschichten. Unter diesen Umständen kann man davon ausgehen, dass es sich hier um einen ordentlichen Wachstumsmarkt handelt.

Ein Risiko könnte jedoch darin liegen, dass das gleiche passiert wie in der Autoindustrie. Elektromotoren beseitigen möglicherweise die Eintrittsbarrieren. Somit könnten schlagartig Konkurrenten aus dem Nichts kommen und riesige Marktanteile ergattern. Ähnlich, wie Tesla momentan.

Für das Unternehmen würde das jetzt bedeuten: rechtzeitig die neue Technologie in die Produktpalette integrieren. Zudem, wenn möglich, Teile der Fertigung in Ländern mit niedrigen Löhnen outsourcen. Dann steht einer geregelten Zukunft nichts im Wege. Denn auch in weiteren 150 Jahren möchten Menschen vermutlich aufs Meer hinausfahren.

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