Samstag, September 25, 2021
Wie Sie Ihre Gesamtanlageneffektivität berechnen und verbessern können

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AnzeigeGesamtanlageneffektivität wird auch als GAE bezeichnet und ist für Unternehmen eine enorm wichtige Kennzahl für die Wertschöpfung und Produktivität in der Herstellung / Fertigungsprozess. Auf diese Weise können potenzielle Schwachstellen innerhalb der Produktion aufgedeckt werden, z. B. die Leistung einer Maschine ist zu niedrig. Damit Sie die Gesamtanlageneffektivität nutzen können, muss die Kennzahl als erstes ermittelt werden. Hierfür stehen Ihnen verschiedene Hardware- und Softwarelösungen zur Verfügung. Bevor Sie die Gesamtanlageneffektivität berechnen können, müssen Sie die Maschinenquote ermitteln. Die Maschinenquote drückt die Stückzahl eines Produkts, die mit einer bestimmten Maschine erstellt werden können, aus. Es ist wichtig, dass Sie die Betriebszeit der Maschine berücksichtigen, aber Stillstand-Zeiten, z. B. Pause oder Wartung, von der errechneten Zeit abziehen. Daraus ergibt sich dann die Stückzahl, die mit dieser bestimmten Maschine möglich ist. Es müssen aber noch weitere Faktoren berücksichtigt werden, die im Folgenden näher erläutert werden.

Wie wird die Gesamtanlageneffektivität berechnet?

  • Faktor Verfügbarkeit:
    Die Verfügbarkeit spielt bei der GAE eine wichtige Rolle. Durch außerordentliche Stillstände wird der Faktor minimiert. Hierzu können z. B. Stromausfälle, Instandhaltungsmaßnahmen, kleine Störungen, Beschränkungen, Fehlermeldungen oder Verzögerungen bei Versand der Waren. Doch durch den Faktor Verfügbarkeit können Sie nicht genau die Maschine oder Bereich bestimmen, die weniger produktiv arbeitet.
    Die Verfügbarkeit wird wie folgt errechnet: Effektive Laufzeit geteilt durch die Arbeitszeit. Effektive Laufzeit bedeutet die Zeit, die die Maschine ordnungsgemäß läuft. Und die Arbeitszeit ist auf die Zeit der Mitarbeiter bezogen, wenn sie an der Maschine stehen und arbeiten.
  • Faktor Leistung:
    Als nächstes folgt der Faktor Leistung. Hierbei dreht es sich um die Reduktion der Leistung einer Maschine durch kleine Abweichungen, z. B. Leerlaufzeiten oder Stopps bei Pausen. Manchmal muss das Tempo und die Leistung der Maschine gedrosselt werden, um die Qualitätsstandards weiter einhalten zu können. Das Unternehmen akzeptiert in diesen Fällen dann eine Reduktion der Geschwindigkeit. Qualitätseinbußen haben für das Unternehmen noch gravierendere Auswirkungen.
    Die Leistung wird wie folgt errechnet: Die tatsächliche Stückzahl geteilt durch die theoretische Stückzahl (Ausbringung). Mit der theoretischen Stückzahl ist der Wert gemeint, den die Maschine ohne die Reduktion hätte erreichen können.
  • Faktor Qualität:
    Qualitätsstandards sind für die Produktion eines Unternehmen essentiell wichtig. Potenzielle Qualitätseinbußen oder Produkte mit fehlender Qualität erfordern Nachbesserungen oder dazu, dass Produkte umsonst hergestellt wurden. Die Ausschussprodukte müssen als erstes abgezogen werden. Mit dem Faktor Qualität wird also das Verhältnis zwischen der Quantität der Produkte, also der Stückzahl, die produziert wurde und der Qualität der Produkte, also die Produkte, die sich in einwandfreien Zustand befinden.
    Errechnet wird die Qualität wie folgt: einwandfreie Stückzahl geteilt durch die insgesamt hergestellte Stückzahl. Daraus ergibt sich dann ein bestimmter Qualitätsgrad, der für Nachbesserungen wichtig ist.

Wenn Sie alle drei Kennzahlen Verfügbarkeit, Leistung und Qualität errechnet haben, kann die Gesamtanlageneffektivität berechnet werden. Von der maximalen Stückzahl werden dann der Faktor Verfügbarkeit, Leistung und Qualität abgezogen. Daraus ergibt sich dann ein Prozentwert. Die GAE drückt bedeutet, wie hoch die effektive Maschinenlaufzeit bei der Produktion ist und alle Qualitätskriterien erfüllt sind. Die Kennzahl drückt neben der Produktivität auch die Wertschöpfung einer Maschine oder Anlage aus.

Sie erhalten dann eine bestimmte Prozentzahl. Es ist wichtig, dass Sie immer den Produktionsmechanismus und die Anlage selbst berücksichtigen. Für manche Maschinen sind Werte um die 65 Prozent gut und für andere gelten Richtwerte von über 90 Prozent. Sie können durch die GAE den Anteil der Maschine an der Wertschöpfung und potenziellen Schwankungen erkennen. Es ist jedoch wichtig, dass die GAE regelmäßig gemessen und errechnet wird. Unternehmen können die GAE dann nutzen, um Produktionsanlagen und -bereiche zu vergleichen und Verbesserungsmaßnahmen einzuleiten.

Wie kann die Gesamtanlageneffektivität verbessert werden?

Im produzierenden Gewerbe die die GAE eine enorm wichtige Leistungskennzahl. Im Folgenden werden verschiedene Tipps und Strategien erläutert, wie die GAE verbessert werden kann:

  • Messungen sollten korrekt durchgeführt werden:
    Bevor Sie die GAE messen/berechnen möchten, sollten Sie verschiedene Planungen und Vorbereitungen treffen. Nur durch korrekt durchgeführte Messungen können Sie die einzelnen Faktoren genau bestimmen und verbessernde Maßnahmen einleiten.
  • Automatisieren und integrieren:
    Sie werden Ausfälle oder Behinderungen nicht verhindern können. Es ist daher wichtig, sofort Lösungsmaßnahmen einzuleiten. Entwickeln Sie also Lösungsstrategien, die Sie schnell und einfach in ein bestehendes Fertigungssystem integrieren können. Durch den digitalen Fortschritt ist es auch sinnvoll, verschiedene Prozesse zu automatisieren. Dadurch können Abweichungen ausgeglichen werden. Durch die Automatisierung bestimmter Abläufe verbessert sich neben der GAE auch die Lieferperformance.
  • Engpass frühzeitig erkennen:
    Nutzen Sie eine innovative Softwarelösung für Manufacturing-Management. Mit einer solchen Software können Produktionsprozesse im Voraus simuliert werden. Engpässe oder Ressourcenknappheiten können auf diese Weise frühzeitig erkannt und die fehlenden Materialien und Ressourcen beschafft werden. Die Software teilt Ihnen auch mit, wenn Materialien und Werkzeuge fehlen und wann die Auslastung der Kapazität in der Fertigung erreicht ist. Fertigungs- und Lieferzeiten können optimiert werden.
  • Bessere Qualität durch passende Softwarelösung:
    Mit der passenden Softwarelösung können Sie verschiedene Programme mit Ihrem Fertigungssystem verknüpfen und so effektiv die Produktivität und Qualität verbessern. Alle wichtige Daten werden von dem System automatisch gesichert, z. B. Werkzeugmessungen oder Produktunterlagen. Wenn Sie es wünschen, können Sie jederzeit auf diese gespeicherten Daten zugreifen. Durch die Software wird die Fertigung vernetzt und verknüpft die Fertigung mit anderen Abteilungen, z. B. Management oder Vertrieb.
  • Nicht nur auf GAE beschränken:
    Die GAE ist sehr wichtig für Unternehmen. Allerdings sollten Sie sich nicht nur auf eine Kennzahl fokussieren. Um ein Unternehmen erfolgreich zu leiten, ist eine Kombination aus dem Just-in-Time Prinzip und der GAE von Vorteil. Mit diesem Ansatz konzentrieren Sie sich auf eine effektive Produktion und eine optimale Lieferperformance.

Vorteile der Gesamtanlageneffektivität

  • Durch die GAE können Sie das Potenzial einer bestimmten Maschine und der gesamten Produktion ermitteln.
  • Auf diese Weise können Sie die Daten nutzen, um wichtige Investitionsentscheidungen für Verbesserungen zu treffen.
  • Ein Unternehmen kann dank der GAE zielgerichtet und besser gesteuert werden.
  • Lieferperformance kann mit dem richtigen Ansatz gesteigert werden.
  • Durch regelmäßige Produktivitätsanalysen können Sie potenzielle Schwachstellen aufdecken und Abläufe verbessern.
  • Durch GAE wird deutlich, dass nur ein kleiner Teil der Ausfälle technischer Natur sind.
  • GAE liefert Ihnen Transparenz. Sie können die Kosten genau bestimmen und auf die Maschine zurückführen.
  • Geschäftsführung erhält durch GAE eine bessere Einsicht in die Produktion. Außerdem steigt das Verständnis, warum die Stückzahl in einem bestimmten Bereich möglicherweise niedrig ist.
  • Maßnahmen können dank der GAE präziser durchgeführt werden, da Sie potenzielle Probleme genau bestimmen können.
  • Durch die GAE können die Stillstands-Gründe und Zeiten genau ermittelt werden.

 

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