Sonntag, November 29, 2020
Der Verband der Familienunternehmen im Portrait

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In der Wirtschaft gibt es so viele unterschiedliche Verbände von Branchen und Unternehmen. Einige davon sind in ganz Europa aktiv, andere nur auf nationaler Ebene. Zum Beispiel gibt es den Verband der Arbeitgeber und den Unternehmer-Verband usw. Für Außenstehende ist die Menge schwer zu überblicken. Vor allem ist es noch schwieriger zu durchschauen, was der Unterschied ist und warum eigentlich Familienunternehmer nochmal extra einen eigenen Verband gründen. Aus diesem Grund erklären wir am Beispiel  „Verband der Familienunternehmen“, warum es einen solchen gibt und wofür er zuständig ist.

Familienunternehmen – was macht sie so besonders?

So gut wie alle Unternehmen haben gewissen Überschneidungen hinsichtlich ihrer Interessenlage. Diese möchten sie gegenüber der Politik oder zum Beispiel den Gewerkschaften bestmöglich vertreten. Daher gründen sie hierfür eine Organisation, die sich um solche Dinge kümmert.

Allerdings gibt es auch in gewissen Punkten auch unterschiedliche Interessen, die nur manche Branchen der Wirtschaft oder manche Unternehmensstrukturen betreffen. Wenn zum Beispiel Wirtschaftsminister Peter Altmeier in Europa über eine Finanztransaktionssteuer verhandelt, dann steht den Banken der Schweiß auf der Stirn, während ein Familienunternehmer aus der Landwirtschaft nur die Schultern zuckt.

Dafür gibt es wiederum bei Familienunternehmen einige Sorgen, die bei den DAX-Konzernen keinerlei Rolle spielen. Eines davon ist zum Beispiel das Erbrecht. Wenn ein Unternehmen nämlich ein reines Familienunternehmen ist, dann soll dieses spätestens mit dem Tod des Eigentümers auf die Erben übergehen. Hierfür könnten hohe Steuern anfallen, die die Existenz gefährden. Wie viel das ist, hängt manchmal davon ab, wer gerade in Berlin an der Macht ist. Neben diesem Anliegen gibt es noch viele weitere mehr.

Familienunternehmer mit ihrer eigenen Organisation

Aus Gründen wie diesen versuchen Familienunternehmer mit ihrer eigenen Organisation auf ihre ganz speziellen Probleme aufmerksam zu machen und natürlich auch auf die Gesetzgebungsprozesse Einfluss zu nehmen. Berlin wiederum hat immer ein offenes Ohr für deren Belange. Denn laut den Angaben der Stiftung Familienunternehmen, beschäftigen die Familienunternehmer ungefähr 56% aller sozialversicherungspflichtig tätigen Arbeitnehmer. Damit spielt ihr Wohl eine bedeutende Rolle für die gesamte Wirtschaft unseres Landes. Vor allem der starke Mittelstand sorgt dafür, dass wir eines der wenigen Länder in Europa sind, das eine positive Außenhandelsbilanz vorzuweisen hat. Denn auch im Export mischen die Familienunternehmer kräftig mit. Nur um ein Beispiel zu nennen: die riesige INA Schäffler Gruppe mit 92.000 Mitarbeitern, die sich unter anderem den Continental Konzern einverleibt hat, macht einen Umsatz von ungefähr 14 MRD Euro.

Die enge Verzahnung von Politik und Wirtschaft hat für den Durchschnittsbürger häufig einen leicht negativen Beigeschmack. Allerdings liegt das auch an falschen Vorstellungen davon, was Lobbyarbeit tatsächlich bedeutet. Denn im Grunde ist das meist nichts anderes, als dass die Vertreter der deutschen Familienunternehmen bei Minister Peter Altmaier vorsprechen, und ihm sachlich erläutern welche Konsequenzen eine geplante Gesetzesänderung für ihre wirtschaftliche Situation hätte. Und das, ohne dass Erpressung, Bestechung oder Vetternwirtschaft dabei zum Einsatz kommen. Solche Informationen sind für jede Regierung wichtig, nicht nur dann wenn das Ministerium für Wirtschaft und Energie von einem CDU-Politiker geführt wird. Denn auch linke Regierungen haben kein Interesse daran, dass tausende von Menschen ihre Arbeit verlieren, weil sich ein neues Gesetz als Axt entpuppen könnte, die sich in einen großen Wald verirrt hat.

Verband der Familienunternehmen – Hintergrundinformationen

Die Organisation hat ihren Sitz in Berlin. Sie vertreten nach eigenen Angaben die Interessen von über 180.000 Familienunternehmen in Deutschland, bei denen mehr als 8 Millionen Arbeitnehmer beschäftigt sind. Jede familiengeführte Firma kann Mitglied werden.

Eine Unterorganisation ist zum Beispiel der Wirtschaftsverband DIE JUNGEN UNTERNEHMER.

Vorstand der Gesellschaft ist Reinhold von Eben-Worleé

Adresse: Charlottenstr. 24, 10117 Berlin

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